Gott versorgt

Von Rolf T.

Erfüllung und Zerbruch

1997 ging ein langersehnter Wunsch in Erfüllung. In Zäziwil konnte ich eine Autolackiererei übernehmen. Freunde, die Glauben für mich hatten, gaben mir ein Darlehen. Es folgten harte, entbehrungsreiche Jahre, die mich und meine Frau oft an unsere Grenzen brachten. "Haben wir Gott richtig gehört?" Oft fühlte ich mich wie der grösste Nobody!

Trotzdem nahm ich immer wieder Menschen ins Geschäft auf, die sich persönlich und beruflich in aussichtsloser Lage befanden. Trotz oft heftiger Kritik von aussen, öffnete mir diese Zusammenarbeit eine neue Perspektive. Ich fing an zu verstehen, dass Gott mich als Werkzeug in und durch meine Tätigkeit gebrauchen wollte. Dennoch, nach acht Jahren harten Kampfes um bessere Arbeitsbedingungen, musste ich mich schliesslich geschlagen geben. Ich konnte und wollte das Geschäft so nicht mehr halten. In dieser Zeit ist mir jede Perspektive abhanden gekommen, die Zukunft sah düster aus. Unzählige Träume zerbrachen. Was uns in dieser Zeit über Wasser hielt, waren die unzähligen Gebete guter Freunde und der Familie.

Am Männertag 2004 wurde viel für mich gebetet. Robi Roth, Gründer der Job Factory Basel, sprach mir aus dem Herzen. Die Vision, die Gott mir in Zäziwil gezeigt hatte, inzwischen nur noch ein kleines Flämmchen, fing an diesem Tag wieder voll Feuer! Faktisch gesehen war die Lage aber immer noch sehr düster: Das Geschäft in Zäziwil war gekündigt, finanziell war ich nicht in der Lage, irgend etwas zu bewegen. Es blieb uns nichts anderes übrig, als Gott zu vertrauen und Schritt um Schritt zu gehen. Zu diesem Zeitpunkt notierte ich mir eine Art "Wunschliste an Gott". Ich wünschte mir einen Partner, der das gleiche Brennen für die Sache hat wie ich; einen zentralen Geschäftsort, mit erheblich besserer Infrastruktur und mehr Fläche, um auch benachteiligte Menschen beschäftigen zu können.

In dieser Zeit habe ich gelernt, den Frust über die Situation Gott abzugeben. Es war mir wichtig, Gott immer wieder mein Vertrauen auszusprechen.

Die Wende

Plötzlich kam Bewegung in die Sache!

Jemand machte mich auf Rolä aufmerksam, der mich kennenlernen wolle (heute mein Geschäftspartner, der die Vision mit mir teilt). Da seine Firma den Betrieb auflöste, verlor er seine Arbeit und war bereit, einen Neuanfang zu wagen. Ein Geschäftsgebäude konnte besichtigt werden und ich war zuerst überzeugt, dass das Ganze eine Schuhgrösse zu gross sei, denn das Gebäude von 2'500qm war nur als Ganzes zu mieten... Zwei enge Freunde aus meiner Gemeinde haben dann aber einen mutigen Schritt gemacht, und die Räumlichkeiten gemietet. Sie gründeten "Invest Life", und Rolä und ich sind nun die Untermieter.

Nachdem ich vor kurzem Geld geerbt habe, konnte ich dieses ins Geschäft einbringen. Eine Herausforderung, weil ich mir nun endlich das langersehnte Bike hätte kaufen können... Auch Rolä hat alles hinein gegeben. Würde das ganze nicht funktionieren, wäre die Altersvorsorge weg. Ein wichtiger Entscheid bei der Geschäftsgründung war, dass Schulden vermieden werden sollten. Dies ist bis auf wenige tausend Franken gelungen. Ein Grundsatz ist auch, keine krummen Dinger zu drehen, bei uns gibt es keine Grauzone. Wir glauben, dass Gott diese Einstellung segnet!

Das Gebäude ist sehr gross, hat Spritzkabinen für PKW`s und Lastwagen, etwas, das wir uns nach menschlichem Ermessen eigentlich nicht hätten leisten können... Gott hat mir schon kurz vorher in einem Traum gezeigt, dass wir eine Lastwagen Spritzkabine zu exakt dem Preis erhalten würden, wie sie dann auch wirklich gekostete hat! Rolä konnte verschiedenes Werkzeug und Material bei der Post kaufen, und alles passt perfekt zusammen. Was ich nicht habe, hat Rolä in das Geschäft gebracht, was er nicht hat, konnte ich beisteuern... Alles, was wir in die Finger nahmen, passte wie ein Puzzle zusammen! Die Zusammenarbeit ist aber nicht ausschliesslich ein Zuckerschlecken! Wir müssen uns nun auch besser kennenlernen und zusammen finden.

Seit einem dreiviertel Jahr sind wir nun beschäftigt mit Geschäftsaufbau, Kundenaufträgen (von denen wir nun fast zuviel haben)… kurz, uns den vielfältigen Herausforderungen zu stellen. Und derer gibt es immer noch reichlich. Und die Vision geht weiter. Wir sind Gott sehr dankbar, er ist treu und macht keine halben Sachen. Er sieht Herzenswünsche und versorgt uns täglich!

von Norbert O., Dornbirn

Ich kann es immer noch nicht ganz fassen, was Gott mir an diesem Männerwochenende in Emmetten getan und geschenkt hat! Drei Wochen vor dem Wochenende tauchte in mir plötzlich der Wunsch auf, in einem Helikopter mitfliegen zu dürfen. Diesen Wunsch hat mir Jesus wirklich aufs Herz gelegt, da ich von mir aus nie auf diese Idee gekommen wäre. Todesängste begleiteten immer mein Leben. Ich hatte sogar Angst, dass mich mein Vater umbringen würde.

Und so hatte ich oft auch ein Bild vom himmlischen Vater: „ER bringt mich um!“ Kurz vor dem Wochenende erlebte ich sehr nahe einen Hubschrauberstart, den ich mit Tränen in den Augen beobachtete. Tränen, weil ich Gott bewunderte, der Menschen schuf, die im Stande sind, so etwas überhaupt zum Fliegen zu bringen. Tränen aber auch, weil in meinem Herzen eben dieser Wunsch war, einmal mitfliegen zu dürfen. So, nun wird’s heiss! Auf der Hinfahrt zum Männerwochenende nach Emmetten begleiteten über mir plötzlich zwei Helikopter ein Stück weit meine Fahrt. Wieder staunte ich, und wieder hatte ich den starken Wunsch, mitfliegen zu dürfen.

Das Wochenende mit knapp 200 Männern begann. Niemand wusste, dass das Leitungsteam des Männerforums als Überraschung einen Helikopter bestellte und auch die Landeerlaubnis direkt vor dem Hotel bekam.

Am Samstag vor dem Mittagessen wurden wir dann plötzlich mit einem Hubschraubergeräusch durch die Musikanlage in das Geheimnis eingeführt. Der ganze Samstag Nachmittag wurde für Rundflüge reserviert. Der Helikopter erschien bei schönstem Wetter über dem Hotel. Niemand hatte bemerkt, dass der Pilot sich heimlich davon gemachte hatte, um den Helikopter zu holen. Der Pilot selber nahm nämlich auch an diesem Wochenende teil.

Zuerst dachte ich an einen Witz! Ich wusste, dass Hans Keller einen Modellheli hat, und dachte, dass er uns am Nachmittag mit einer Showeinlage überraschen würde, und das Mitfliegen ein Aprilscherz sei. Doch als die Maschine tatsächlich einflog, wurde es ernst. Ich traute meinen Augen nicht. Hier stand nun ein Helikopter direkt vor meiner Nase und ich hatte die Wahl. Ich dachte, wenn Jesus mich schon so beschenken möchte, dann werde ich jetzt zupacken. So flog ich für Fr. 140.- bei herrlichstem Wetter über eine unberührte schneeweisse Bergwelt – einfach herrlich!

Doch während des Fluges hatte ich bis zu den Knien Angst! Die Handflächen schwitzten! Doch ich spürte Jesus neben mir! Noch am Abend schmerzten meine Beine durch die Verkrampfungen.

Aber jetzt kommt der Höhepunkt. Am Sonntag morgen sagte Jesus zu mir: „Norbert, du wirst nochmals mitfliegen.“ Natürlich konnte ich das wieder nicht glauben. Doch dann, als ich zuschaute, wie die Maschine zum Rückflug startklar gemacht wurde (dieser Check dauerte etwa eine halbe Stunde), kamen plötzlich Hans Keller und Kurt Bühlmann auf mich zu und meinten: „Norbert, steig ein, du darfst gratis mitfliegen.“ Zuerst sagte ich zu Hans: „ Dies ist ein Erster-Aprilscherz, nicht wahr!“ Denn es war der 1. April, und ich glaubte wirklich nicht daran. Doch so ist Jesus. Er gibt einfach immer viel mehr, als wir uns überhaupt ausdenken könnten!

Zutiefst berührt durfte ich nochmals mitfliegen. Der Flug war wunderschön, gratis und erst noch länger als der bezahlte! Jetzt weiss ich, dass Jesus mich liebt! ER hat alles unter Kontrolle und weiss genau, was ich brauche. Er ist auch der Herr über alle Ängste!

von Roger P.

Hätte mir jemand vor einem Jahren gesagt, dass ich ein verkrampftes Verhältnis zu meinen Finanzen habe, hätte ich ihn vermutlich etwas erstaunt angeblickt und geantwortet, dass er mich offensichtlich mit jemand anderem verwechselt.

Ich bin kaufmännisch Angestellter und weiss, wie man die Haushaltsbuchhaltung schmeisst. Ausserdem haben mich ja meine Eltern gelehrt, wie man mit dem Geld umgeht. So dachte ich und rechtfertigte es unter anderem damit, dass ich keine Schulden hatte. Ausserdem gab ich (zumindest) einen Teil des Zehnten ab.

Trotzdem haben meine Frau und ich im November 2001 das Finanzseminar von Earl Pitts besucht. Eigentlich nur deshalb, weil ein lieber Freund es mir empfohlen hat und nicht weil ich so etwas nötig hatte ... - vor allem wollte meine Frau das Seminar unbedingt besuchen. Da ich wusste, dass es besser ist als "ganzes" Ehepaar hinzugehen, willigte ich halt ein.

Während der Hinfahrt nach Brugg hatten wir eine relativ hitzige Diskussion über Finanzen, den Zehnten und sonstige heisse Themen. "Muff", weil ich mich nicht verstanden fühlte, ging ich in den Vortragssaal und lauschte den Erläuterungen von Earl Pitts. Da taute ich auf! Zuerst hat mich sein Englisch (meine zweite Lieblingsfremdsprache !!) aus dem Loch geholt und danach bekam ich echte Freude an seiner Botschaft. Warum? Nun, er lehrte uns aus dem Wort Gottes, wie wir mit dem Geld umgehen sollten, was Göttliche Finanzprinzipien sind, wie sie wirken und vieles, vieles mehr.

Nach und nach fühlte ich mich in meinem Unwohlsein über die Diskussion im Auto verstanden - er hat mich regelrecht abgeholt - und ich konnte sogar ganz interessiert seinen Ausführungen folgen. Nun hatten meine Frau und ich die biblischen Finanzprinzipien gehört und wollten sie auch sofort anwenden. Aber da kam die erste Anfechtung: da es Dezember war, kam der Lohn mit Gratifikation doppelt. Warum in aller Welt, sollten wir gleich so "unmittelbar" nach dem Finanzseminar alles umsetzen, was wir gelernt hatten? - Sooo viel Geld sollte ich nun ins Reich Gottes abgeben? Musste ich wirklich den ganzen (!) Zehnten geben? Nun, dort wo ich schwach wurde, wurde meine Frau um so stärker, und nach kurzer, aber heftiger Diskussion sah ich ein, dass es gut ist, alles was dem Herrn gehört, auch dem Herrn abzugeben.

Bereits im Januar segnete uns der Herr mit zusätzlichen Finanzen. Was aber viel wichtiger ist: ich verlor nach und nach die Angst um das liebe Geld. Auch das Verhältnis zu materiellen Gütern ist gesünder geworden. Nach Gottes Prinzipien zu leben macht frei. ES MACHT WIRKLICH FREI!